Zu Besuch im Land der Tausend Farben


Souvenir
26. November 2009, 12:07
Filed under: Home Sweet Home

Das vorhersehbare, aber unerwünschte Souvenir aus Beijing lässt seine kalten Griffel langsam wieder von mir los: Eine zweiwöchige Kombination aus allen denkbaren Grippe-Erkältungs-Symptomen. (Wäre ja zu schön gewesen…)

Rückkehr am Montagabend, und in der Zeitspanne von Dienstagnachmittag bis Donnerstagabend hab ich mir größtenteils gewünscht, einfach einzuschlafen, um den Kopfschmerzen zu entkommen, wenn ich nicht gerade mal wieder zur Toilette rennen musste.

Inzwischen war sowieso unsere gesamte WG eine einzige Quarantänezone, da O. ohnehin schon krank war, Ka. und Ki. den Husten-Teil des Beijing-Souvenirs ausgepackt hatten und C. netterweise auch was davon abbekommen durfte.

Anstatt mich am Freitag in Ruhe zu lassen, hat mir der Mann mit der Kutte und der Sense dann noch Ki.s Husten rübergeschickt, den ich seitdem so langsam abbaue. Ob der Hustensaft aus der Apotheke darauf irgendeinen Einfluss hatte, entzieht sich meinem Urteilsvermögen, da ich eher den Eindruck hatte, nach jeder Einnahme müsste ich stundenlang schlimmer husten als zuvor, aber es ist eben Medizin…

Schluss mit den widerlichen Details meiner körperlichen Gebrechen: Fakt ist, dass die letzte Woche nur noch schlimmer gemacht wurde, indem meine Klimaanlage nicht funktionierte.

Alles südlich des Yangtze hat in China ja leider keine Heizungen mehr, sondern nur Klimaanlagen, dankbarerweise mit Heizfunktion. Zu meinem Leidwesen hat sich der weiße Kasten in meinem Zimmer dazu entschlossen, aller fünf Minuten ein ohrenbetäubendes Quietschgeräusch von sich zu geben und zehn Minuten lang nicht wieder damit aufzuhören…

Reaktion im Normalzustand: „Mensch, das nervt, hat jemand Ohrstöpsel…?“

Reaktion mit starken Kopfschmerzen: „Bitte ramm mir einen Kugelschreiber ins Gehirn und erlöse mich!“

Die Wahl zwischen Kopfschmerzen und Eiseskälte im Zimmer gewann also der Winter, bis ich wieder fit genug war, den Vermieter anzurufen, der sich für Samstagmorgen ankündigte, um sich das selbst mal anzusehen. Sonntagmorgen stand dann auch schon ein Handwerker in der Tür, der das Geräusch in zwei Versuchen erst mal verschlimmerte, verdoppelte und schließlich ein weiteres Geräusch hinzufügte, aber letztendlich war es weg. Ich hoffe, es bleibt so, denn diesen Mann will ich nicht wiedersehen. Abgesehen davon, dass während seiner Arbeit sein Handy fünfzehnmal in ohrenbetäubender Lautstärke zu klingeln begann, sprach er auch so einen schrecklichen chinesischen Akzent, dass ich kaum ein Wort verstanden habe und dafür von ihm ausgelacht wurde. -.- Wenn das Quietschen wiederkommt, hoffe ich, die nächste Klimaanlage fällt dir auf den Kopf.

Mehr ist in der Fülle meines Lebens seither nicht passiert und wenn ich mir überlege, dass ich in zwei Wochen schon Prüfungen schreibe und danach fertig bin mit dem Semester, frag ich mich wirklich, was danach passieren soll. Ich muss noch zwei Seminararbeiten schreiben, hab noch keinen Praktikumsplatz und dementsprechend auch keine Vorstellung, wo ich nächstes Jahr sein werde. Und wie immer bin ich zu pessimistisch.

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1 Kommentar so far
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hey,
Kopf hoch und nicht zu pessimistisch sein, das packst du schon :-) Hoffe, dir gehts bald wieder richtig gut!

Liebe Grüße

Kommentar von Jessica




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