Zu Besuch im Land der Tausend Farben


Delhi-Abschlussnote: Ausreichend.
5. April 2013, 14:09
Filed under: Indien-Impressionen, Sightseeing und Reisen

Wider Erwarten hatte ich nun also das (zunächst) zweifelhafte Glück, die Staatshauptstadt mit etwas genauerem Blick zu beäugen. So detailliert, wie ein eintägiger Aufenthalt es eben zulässt…

Lange Analyse kurz: Der Eindruck, dass die Stadt das Höllenloch ist, das mir von mehr als einer Person beschrieben wurde, will bei mir nicht so richtig aufkommen. Voll, dreckig, teuer, laut. Allerdings nichts, mit dem nicht zu rechnen gewesen wäre. Von den schöneren Ecken ganz zu schweigen.

Ab und an wird Mumbai ja als positives Kontrastbeispiel angebracht. Hm. Mumbai kann man wohl als „geordneter“ bezeichnen – aber ich verwende diesen Begriff im indischen Kontext im weitesten Sinne.

Vielleicht liegt es daran, dass ich vorrangig in Süddelhi unterwegs war. Vielleicht habe ich die schlimmsten Ecken einfach nicht gesehen. Aber ich bin durch Old Delhi gelaufen und bin weit davon entfernt, es als Alptraum der letzten Nächte zu deklarieren.

Ah ja, Old Delhi. Es gibt Orte, an denen ich keine Bedenken habe, meine Kamera aus meiner geöffneten Tasche zu holen. Und es gibt Old Delhi. Ein Ort, an dem freie Fußwege Luxus, Bettler allgegenwärtig und löcherlose Straßen nicht vorhanden sind. Aber keinesfalls das Gruselkabinett der Indientraumata.

Eine der erwähnten schöneren Ecken habe ich dann auch besucht: Lodi Garden. Außer verliebten Pärchen gibt es dort noch diverse Architekturdenkmäler der Lodi Dynastie des 15. Jahrhhunderts. Taktvollerweise habe ich mich darauf beschränkt, letztere zu fotographieren.

Und ganz getreu der Gedankenlinie „Ich hasse es, aber wenn ich es lange (wie in Auroville) nicht mehr habe, vermisse ich es“: Ich war shoppen. Na und?

Im Riksha- und Metroverkehr verging der Tag erwartungsgemäß schnell. Es war nicht Varanasi, aber es war wenigstens auch nicht Auroville. Welch nichtssagender Satz.

Letztlich noch zum Ort, an dem ich diese Zeilen tippe: Indira Gandhi Airport, wartend auf den Flug nach Kolkata. Wie ist der Flughafen so?
Anscheinend beeindruckend genug, um darin drei Blogabsätze zu investieren… Der schönste Anblick überhaupt:

Gute Güte! Direkt nach der „Ich bin mir nicht sicher, ob dein Vorhängeschloss und -schlüssel ein Sicherheitsrisiko darstellen“-Sicherheitskontrolle und diversen „Anstellen? Die Schlange beginnt dort, wo ich stehe“-Indern könnte für mich eine mit Steckdosen ausgestattete Laptop-Station auch genauso gut eine Massageliege sein!

Kein Kaffee oder Frühstück der Welt kann entspannt vier Stunden Wartezeit überbrücken, die jetzt dank zweistündiger Flugverspätung auf mich zukommen. Aber egal – dass ich gerade auf hohem Niveau jammere, habe ich hoffentlich klargemacht.

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