Zu Besuch im Land der Tausend Farben


Blinzeln zwischen den Flügen: Kalkutta in drei Minuten
9. April 2013, 16:44
Filed under: Sightseeing und Reisen

Die zweitgrößte Stadt Indiens erschien mir wie ein riesiger, zusammengeworfener Kochtopf an Gebäuden, Menschen und Staub, die alle nahtlos ineinander übergehen. Reiche und arme Ziegelkonstrukte, Baustellen und Parks, Teer und Trampelpfad, alles ein übergangsloses, sich wiederholendes Wirrwarr.
Mein erster und einziger Eindruck Kalkuttas hätte gern Zeit gehabt, in den Straßen noch mehr von seinen Freunden zu finden.

Meine unflexible europäische Zunge weigert sich nicht zum ersten Mal, eine indische Stadt bei ihrem neuen, nicht-kolonialistischen Namen zu nennen. Anders als bei dem ehemals Trivandrum genannten Thiruvananthapuram liegt das allerdings nicht an der Silbenzahl. Im heutigen Beispiel bevorzuge ich den Klang „Kalkutta“, da sich „Kolkata“ wie eine Kreuzung aus Magenkrankheit und Zahnpflegeprodukt anhört.

Einen Absatz habe ich auf diese Nebensächlichkeit nur verschwendet, da es sonst nicht viel von einem halbtägigen Zwischenstopp an der mittleren Ostküste des Landes zu berichten gibt.

Ein architektonischer Zeitzeuge, dass die englische Indienherrschaft tatsächlich in Westbengalen begonnen hat, ist das Victoria Memorial.

Mit hoheitlichen Zitaten und Inschriften, die wieder einmal zeigen, mit wie viel guten Vorsätzen und philanthropischen Idealen man an politische Umstrukturierungen rangehen kann, ohne eine (rückblickend) dunklere Periode des Landes verhindern zu können.
Aber hinterher ist man immer schlauer. Und die britische Verwaltungshoheit führte zum Bau eines der (laut Lonely Planet) schönsten Gebäude Indiens. Kann nicht widersprechen.

Die im letzten Eintrag kurz (und von Laptop-Stationen schwärmend) erwähnte Flugverspätung hat mir schlussendlich exakt die zwei Stunden in Kalkutta geraubt, die ich mir noch zum „Umschauen“ gewünscht hätte.

Jetzt muss ich mich verstört grummelnd damit abfinden, zwar sechs Monate in Auroville gelebt zu haben, aber bei einem Kalkutta-Besuch nicht einmal das Geburtshaus und Meditationszentrum des hier geborenen Sri Aurobindo besucht zu haben. (Und ja, die Erklärung ist tatsächlich so einfach wie sie sich anhört: Auroville wurde nach dem Prediger Revolutionär Sektenführer Guru Sri Aurobindo benannt.)

Es blieb nur noch Zeit zum Schländern im Hof der Nationalbibliothek…

… und zur Rückkehr in eines der schönsten (und teuersten) Hotels, in denen ich je übernachtet habe. Wäre doch schade, die vorerst letzte Touristen-Tour in Indien nicht mit einem Knaller zu beenden.
Unglücklich, dass ich das weichste Bett seit Monaten schon um 4 Uhr morgens verlassen musste, um wieder gen Auroville aufzubrechen…

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