Zu Besuch im Land der Tausend Farben


Thailand I – Drei Gedanken zum Länderwechsel
17. April 2013, 11:05
Filed under: Babys erste Schritte, Home Sweet Home, Indien-Impressionen

1.) Optimierungsbedürftiges Timing

Zeigt sich bei mir langsam eine Tendenz, immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten umzuziehen?

  • 2010 lege ich mir aus Visumspanik das Ei selbst ins Nest, ausgerechnet zum Frühlingsfest umzuziehen. (13 Stunden im Zug und fast erfroren im vollkommen menschenleeren Hostel.)

  • November 2012 ziehe ich innerhalb der einzigen Monsunwoche nach Auroville, in der eine Zyklonwarnung ausgerufen wird. (Strom, Internet, Trockenheit und Wärme als entfernte Träume.)

  • Und in Thailand arbeitet außer im Supermarkt keiner, weil Neujahr gefeiert wird. Klar, 16. April, das springt einem ja förmlich ins Auge… *

2.) Startschuss zum Thailand-Minikapitel

Nach einer Landung um 3 Uhr morgens Ortszeit ist mir diese Pause einerseits ganz recht. Andererseits versuche ich, mich mit Tütencappuccino und dem Tippen dieser Zeilen tagsüber wach zu halten, um nicht die erste Schwachmatin zu sein, die von 1,5 Stunden Zeitverschiebung Jetlag davonträgt.

Mein Appartment in Firmennähe im nördlichen (d.h. nicht-touristischen) Bangkok hat zwar noch kein Internet (Oh weh… Man stelle sich eine wimmernde Jungfer vor, die sich den Arm an die Stirn wirft und melodramatisch in Ohnmacht fällt…), wird aber für die kommenden zwei Wochen mein Basislager sein. Von dort aus werde ich hoffentlich nicht nur ins Büro laufen, sondern hoffentlich auch die Landeshauptstadt erkunden können.

3.) Sonstige Ersteindrücke

Erst jetzt fällt mir auf, dass ich das erste Mal in einem Land bin, auf dessen Landschaft und Kultur ich nicht mindestens ein Jahr lang studienbedingt vorbereitet wurde. Schockschwerenot, da werde ich mich doch tatsächlich mal auf meinen gesunden Menschenverstand verlassen müssen.

  • Erste Gemeinsamkeit mit Indien: Ich kann kein Wort lesen und keiner spricht Englisch.

  • Erster Unterschied zu Indien (und China): Ich stehe am Immigrations-Schalter am Flughafen, habe kein Visum im Pass und werde trotzdem sofort ins Land gelassen. Es ist geisteskrank und unnatürlich, wie unvorstellbar glücklich ich in diesen zwei Minuten war…

In den nächsten Wochen werden wohl noch ein paar Blogeinträge folgen, aber im Großen und Ganzen heißt es: Indien 2012/13 gehört meiner persönlichen Vergangenheit an!

* Um nicht ganz inkompetent zu wirken: Ich wusste, dass in dieser Woche Neujahr gefeiert wird. Aber die Mitarbeiterin, die mich vom Flughafen abgeholt hat (3 Uhr nachts… die Arme.) konnte mir mangels Englischkenntnissen nicht wirklich kommunizieren, wann nun genau gearbeitet wird und wann nicht.
Und wenn mir dank nationalem Feiertag auch noch die Interneteinrichtung vorenthalten wird, werde ich bissig.



Passbildfresser II – Ein Drama in 5 Akten
13. April 2013, 15:53
Filed under: Babys erste Schritte, Indien-Impressionen

Die Fortsetzung der Bürokratieodyssee von Pune.

Zeitraum: 6 Monate

Orte:

  • Deutschland
  • Auroville
  • RRO (Regionale Registrierungsbehörde) Pondicherry

Darsteller:

  • Ich (verzweifelt bemüht, nicht illegal in diesem Land zu leben)
  • Auroville-Studentenservice
  • Auroville-Stiftung
  • RRO-Sachbearbeiterin
  • RRO-Mitarbeiter
  • RRO-Chef

—————- AKT 1 —————-

(Juli 2012, per E-Mail aus Deutschland)

ICH
„Ich brauch offizielle Einladungsdokumente
aus Auroville für Visum und Registrierung.“

AUROVILLE-STUDENTENSERVICE
„Pff, du hast schon ein Visum,
wozu belästigst du mich?“

ICH
„Aber ich muss mich doch auch regis-“

AUROVILLE-STUDENTENSERVICE
„Lalala, ich hör dich nicht, lalala…“



—————- AKT 2 —————-

(November 2012, in der Registrierungsbehörde in Pondicherry)

RRO-SACHBEARBEITERIN
„Du brauchst noch die offizielle
Einladung von Auroville.“

ICH
(schlage Kopf gegen Schreibtisch)


—– (1 Tag später) —–


AUROVILLE-STUDENTENSERVICE
„Kein Problem, ich regle das für dich!“


—– (1 Woche später) —–


AUROVILLE-STUDENTENSERVICE
„Was? Wer bist du?
Keine Ahnung, was du brauchst.“


—– (1 Woche später) —–


AUROVILLE-STUDENTENSERVICE
„Du hast nen Termin bei der Stiftung.
Los, weg mit dir!“



—————- AKT 3 —————-

AUROVILLE-STRIFTUNG
„Ich bin wichtig!“

ICH
„Hi.“

AUROVILLE-STRIFTUNG
„Du bist nur sechs Monate in Auroville,
du musst dich nicht registrieren.“

ICH
„Ich bin aber länger als sechs Monate in Indien.
Selbst in meinem Visum steht,
dass ich mich registrieren muss.“ -.-

AUROVILLE-STRIFTUNG
(nach einem Anruf bei der RRO)
„Okay, ich hab das für dich geklärt,
du gehst heute zur RRO.“

ICH
(reiße die Dokumente an mich)

AUROVILLE-STRIFTUNG
„Ich bin wichtig! Wichtiiiig!“


—– (1 Stunde später) —–


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Du hast dich zu spät registriert
und musst deshalb eine Strafgebühr zahlen.“

ICH
„Ich sehe natürlich ein,
dass die Verspätung vollkommen meine Schuld ist
und das alles nicht schon
im Juli hätte vermieden werden können…“

RRO-SACHBEARBEITERIN
„Aber sonst sind alle Dokumente da.
Komm in zwei Wochen wieder.“


—– (2 Wochen später) —–


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Es fehlen noch Dokumente aus Pune.“

ICH
(zeige auf die 50 Papierfetzen
und Stempel in meiner Akte)


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Es fehlt aber noch eine Bestätigung aus Pune.
Wir haben sie angefragt.
Wir rufen dich an, wenn sie da ist.“



—————- AKT 4 —————-

(2 Monate später, Ende Dezember 2012)

ICH
„Hey, so langsam würde ich mich gern
offiziell registrieren.“

RRO-Mitarbeiter:
(blättert durch meine Akte)
„Hm… Du bist noch gar nicht registriert…
Da fehlen Dokumente aus Pune.“

ICH
„Immer noch?!“


—– (wieder 2 Monate später, Ende Februar 2013) —–


ICH
„In zwei Monaten bin ich hier weg.
Solltet ihr nicht langsam mal dafür sorgen,
dass ich legal in diesem Land bin?“

RRO-MITARBEITER
(blättert durch meine Akte)
„Hm… Du bist noch gar nicht registriert…
Da fehlen Dokumente aus Pune.“

ICH
„Die haben sich vier Monate lang nicht gezuckt.
Was um Himmels Willen sollte mich dazu bewegen
zu glauben, dass sich daran
in den nächsten Wochen was ändert?!“

RRO-MITARBEITER
„Hm… Wir schicken noch mal
eine Erinnerung nach Pune.“

ICH
(schmerzhaft breit lächelnd)
„Viel Glück!“


—– (1 Monat später bzw. 1 Monat vor Ausreise, März 2013) —–


ICH
„Registriert mich oder gebt mir
wenigstens ne Ausreisegenehmigung!“

RRO-MITARBEITER
(blättert durch meine Akte)
„Hm… Du bist noch gar nicht registriert…“

ICH
„Schei* die Wand an, wer hätte das gedacht?“

RRO-MITARBEITER
„Da fehlen Dokumente aus Pune.“

ICH
„Ich steh hier nicht auf,
bevor mir irgendjemand was anderes sagt.“


—– (2 Minuten später im Büro des RRO-Chefs) —–


RRO-CHEF
„Laut deiner Akte fehlen noch Dokumente aus Pune.“

ICH
„Nein, wirklich?
Warum hat mich darauf
bloß noch niemand aufmerksam gemacht?“

RRO-CHEF
„Ich werde persönlich in Pune anrufen,
um das zu klären.“

—– (1 Woche später am Telefon) —–


RRO-CHEF
„Schei* drauf,
beantrag einfach
ne Ausreisegenehmigung.“



—————- AKT 5 —————-

(2 Wochen vor Ausreisetermin, April 2013)

ICH
„Hallo, ich möchte gern Ausreise beantragen.“

RRO-MITARBEITER
(blättert durch meine Akte)
„Hm… Du bist noch gar nicht registriert…
Da fehlen Dokumente aus-“

ICH
„Kann ich mit deinem Chef reden?“


—– (1 Minute später) —–


RRO-CHEF:
„Ah, hallo.
Ja, du kannst Ausreise beantragen.“

ICH
„Na dann los.“

RRO-CHEF
(nimmt meine Akte von seinem Schreibtisch
und gibt sie einer Mitarbeiterin)


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Kein Problem, komm 5 Tage vor deiner Ausreise
mit deinem Pass wieder her.“

ICH
„Bin ich grad extra hierhergekommen,
damit meine Akte von einem Schreibtisch
unbearbeitet auf einen anderen Schreibtisch wandert?“

BEIDE
„Ja.“


—– (5 Tage vor Ausreisetermin) —–


ICH
„Tada, hier bin ich, hier ist mein Pass,
lasst mich hier raus!“

RRO-MITARBEITER
„Hm… Du bist noch gar nicht-“

ICH
„Chef!“

RRO-CHEF
„Ja, Ausreise. Passt.“

RRO-SACHBEARBEITERIN
„Komm in 2 Tagen wieder.“

ICH
„Yeah.“


—– (1 Tag später am Telefon) —–


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Komm schon heute
und bring dein Flugticket mit.“


—– (4 Stunden später) —–


RRO-SACHBEARBEITERIN
(reicht mir zwei Dokumente)
„Hier ist deine Aufenthaltsgenehmigung,
die bestätigt, dass du bis 17. April
hier registriert bist.“

ICH
(verkneife mir zu kommentieren,
dass das also der Wisch ist,
für den noch Dokumente aus Pune gefehlt haben)


RRO-SACHBEARBEITERIN
„Uuuuund hier ist deine Ausreisegenehmigung!“

ICH
(schmeiße symbolischen Konfetti
und möchte diese Menschen
nie wieder sehen)



Einkaufen, Essen, Fahren – ganz normal, aber anders
12. November 2012, 17:03
Filed under: Babys erste Schritte, Indien-Impressionen

Was Auroville „anders“ macht, sind wirklich nicht Bauten und Sehenswürdigkeiten, sondern die grundsätzliche Lebensweise und die Gedanken, die hinter ihr stehen. (Und die ich in den nächsten Monaten hier hoffentlich brühwarm erörtern kann. ^^)

Kleingeldparadies

Dass es hier – anders als im Rest Indiens – nie an Wechselgeld mangelt, habe ich der „Mother“ zu verdanken. Die Dame vertrat das nicht ganz unkommunistische Ideal einer Stadt, in der kein Geldverkehr herrscht.

Bezahlt wird natürlich trotzdem ganz eiskalt und kapitalistisch in Rupien (und auch nicht zu wenig davon…), aber eben bargeldlos. Permanent hier angesiedelte Aurovillians (Kein Name, der meiner Fantasie entsprungen ist.) haben Konten, deren Nummer beim Einkauf genannt werden kann. Gäste und Helfer wie ich erhalten eine sogenannte Aurocard, wie mit Geld aufgeladen und zur Bezahlung genutzt wird.

Grünes Essen – nicht spirituell, aber öko

Meine regelmäßigsten, ausgewogensten und größtenteils ökologischsten Mahlzeiten konsumiere ich fast täglich in der Solar Kitchen. Die Solarküche – die in Mensaatmosphäre mittags und abends für 100 Rupien hunderte von Tellern mit ansehnlichen Bergen an Essen füllt.

Die Mischung aus westlichen und indischen Angeboten wird dabei ausschließlich mit Solarenergie zubereitet, wobei die gigantische Solarschüssel auf dem Dach die Hauptrolle spielt.
Das Beste daran? Dank meiner Praktikumsfirma esse ich mittags umsonst. Und plötzlich schmeckt alles noch mal doppelt so gut…

Mobilitätshilfe

Wie letztens angekündigt, bestand eine meiner ersten Amtshandlungen hier in der Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Gesagt, getan: Ein kleiner roter Roller für die nächsten sechs Monate, den ich für stattliche 120 Rupien pro Tag mieten kann.

So fahre ich zwar nicht kostenlos, aber wenigstens schnell und emissionslos – das gute Stück ist ein E-Bike. Dank geringer Wattzahl darf ich den roten Summer ohne Kennzeichen, Versicherung und internationale Fahrerlaubnis fahren, und bin trotzdem mit ca. 30 km/h unterwegs.
Und mit Hupe. Wir sind ja immer noch in Indien.

Nächtlicher Kompassbedarf

Es bedarf schon großen Talents, sich in einem 25 Quadratkilometer-Gebiet zu verirren, was mir dank Ausschilderungen und Karte hoffentlich nicht passieren wird.

Kritisch wird es nur nachts, wenn mangels Wegbeleuchtung und Straßenpflaster wirklich jeder Weg so aussieht als fahre man durch den tiefsten Wald. Theoretisch kann man nur der Nase entlang fahren, da das Scheinwerferlicht dazu dienen muss, die wenigen unmittelbar vor einem liegenden Meter auszuleuchten. Sonst kann man schon mal eine Unebenheit übersehen, oder es steht plötzlich eine Kuh vor einem. Das meine ich todernst.

Und trotzdem ein winziges Sightseeing-Erlebnis

Am vergangenen Sonntag hatte ich tollen und entspannten Besuch einer Mitstipendiatin plus Anhang, mit dem ich mich dann wenigstens kurz dem Sightseeing widmen konnte.

Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten, die Auroville vorweisen kann: Das Matrimandir. Und gleichzeitig genau die Einrichtung, von denen es den Aurovillians (Kein Name, der meiner Fantasie entsprungen ist.) am liebsten wäre, wenn sie nicht von Touristen belagert werden würde.

Aus diesem Grund ist der Zutritt in den „großen goldenen Golfball“ nur mit Anmeldung erlaubt – wir haben uns daher mit einem Foto vom Aussichtspunkt aus begnügt. In den nächsten Wochen werde ich aber sicher eine Gelegenheit finden, das dortige „Konzentrationszentrum“ und damit den spirituellen Kern Aurovilles zu besuchen, der sich sehr viel Mühe dabei gibt, nicht mit einer Religion verwechselt zu werden.



Frischer Wind im Leben, oder doch gleich ein Zyklon?
4. November 2012, 15:52
Filed under: Babys erste Schritte, Home Sweet Home, Indien-Impressionen

Auroville. Vor fast einer Woche bin ich in den Inlandsflieger nach Chennai gestiegen und im Anschluss noch 3 Stunden mit dem Taxi nach Süden gefahren worden.

Die 2000-Einwohner-Gemeinschaft kann ohne mit der Wimper zu zucken als Dorf bezeichnet werden, auch wenn man statt Strohhütten hier moderne Wohn- und Verwaltungsgebäude findet. In etwa 30 Minuten kann man mit dem Fahrrad vom nördlichen zum südlichen Ende des Greenbelts fahren – des Waldes, der in dieser Wüste gepflanzt wurde, und der Auroville jetzt einkreist.

Die Gefahr, mich zu verlaufen, kann ich bisher trotzdem nicht aus der Welt schaffen. Das Gebiet ist weitläufig, man sieht ständig nur Bäume und mehr staubige Pfade als gepflasterte Straßen. Bei Sonnenschein kann ich den Charme von Wald und Frischluft aber de facto nicht leugnen. Ebensowenig wie die dringende Notwendigkeit eines motorisierten Untersatzes, um von A nach B zu kommen, besonders nach Sonnenuntergang – Punkt 18 Uhr.

Gegründet wurde das „internationale Dorf“, in dem Frieden und Gemeinschaft unabhängig von Herkunft und Nationalität praktiziert werden sollen, in den 1960ern von einer Französin, die heute als Guru einfach „Mother“ genannt wird, und den philosophischen Grund- stock für all das gelegt hat.
Details erfahre ich hoffentlich während einer der Einführungs- veranstaltungen, bei denen ich mich hoffentlich nicht dafür rechtfertigen muss, nicht hier zu sein, um Erleuchtung zu finden.
Letztendlich wird es wohl eine Sache der Gewohnheit sein, dass die einzelnen Ortsbereiche und Wohngebiete Namen wie „Revelation“, „Discipline“, „Solitude“, „Inspiration“ und „Sincerity“ tragen.

Der praktisch bisher größte Unterschied zum Leben in Pune hat weniger mit Auroville zu tun, sondern mit der Tatsache, dass es ein Dorf ist: Mehrmals pro Tag fehlt für mehrere Stunden der Strom.
Was auch am ersten Abend zu hochgezogenen Augenbrauen meinerseits geführt hat. Ohne Strom, ohne Internet und ohne Licht in einem fremden Zimmer zu sitzen, und nicht mal ein Handy zu haben, um mit jemandem darüber zu reden, war doch eher eine ungewohnte Situation, von der an es eigentlich nur bergauf gehen konnte…

Dachte ich jedenfalls, bis kurz darauf eine Zyklonwarnung ausgestellt wurde und den Einwohnern geraten wurde, die Häuser nicht zu verlassen. Ist zum Glück alles heil geblieben. Inzwischen habe ich auch zumindest immer Licht – ein Vorteil, wenn man bei einem Solarunternehmen arbeitet.

Allerdings arbeite ich dort nicht nur, sondern wohne da im Grunde. Eine Tür neben dem Büroeingang liegt die Tür zur Gästewohnung – meinem Domizil für die kommenden sechs Monate. Kurze Arbeitswege, aber auch wenig psychische Distanz? Wir werden sehen.

Wasser ist – dem Monsun sei Dank – aktuell keine Mangelware. Um nicht ganz die verwöhnte Westlerin raushängen zu lassen, beklage ich mich auch nur ganz leise darüber, nur kalt duschen zu können.

Das wirklich nasskalte Wetter steht mir im kommenden Monat noch bevor. Wenn ich mir aber dann überlege, dass dieses Wetter hier gerade Winter ist… und dann an den aktuellen Winter in Deutschland denke… kann ich ein schadenfrohes Lächeln nicht vermeiden.



Bald kann ich „Namaste“ schreiben
16. September 2012, 09:21
Filed under: Babys erste Schritte, Studium und Praktikum

Schwunghaft nehmen unsere wöchentlichen Pläne greifbare Gestalt an. Dreimal pro Woche macht die – überwiegend weibliche – Einwohnerschaft unseres Hauses am Koregaon Park nun auf der Dachterrasse Yoga. Selbst ich, die Verkörperung zwiebackähnlicher Grazie und Biegsamkeit, lasse mich nicht zweimal bitten, mich von einem alten, zwei Köpfe kleineren Inder in Form biegen zu lassen.

Weniger ergiebig gestaltete sich für sechs von uns der erste Samstag unseres Indienaufenthalts. Auf Empfehlung nahmen wir einen Wochenendausflug zur Mahabaleshwar Hill Station in Angriff, einem eher von Indern frequentierten Urlaubsort in den Bergen. Dieser fiel ins Wasser – leider fiel uns das Ungetüm in Nebel- und Dauerregengestalt aber erst nach über drei Stunden Busfahrt auf.

Es gibt nicht viele Arten, auf die ich verschimmelte Gardinen in Hotelzimmern, klatschnasse Straßen und erkältungsanlockende Kälte in blumige Worte fassen kann. Deshalb sei nur gesagt, dass wir unseren Aufenthalt um 50 Prozent verkürzten, unser Busticket umtauschten und noch am gleichen Abend ins angenehm warme und ausnahmsweise trockene Pune zurückkehrten.
Moral von der Geschicht: Nie wieder Urlaub außerhalb der Saison!

Endlich rollte am Montag der Beginn unseres zweimonatigen Lehrplans an der Symbiosis University daher. Zwar verbarg sich bisher hinter keiner Veranstaltung das, was mich ihr Titel hätte vermuten lassen, aber die Veränderung zum Besseren ist nicht zu übersehen. Eine eintägige Veranstaltung zum Thema Landeskunde war ein Querschnitt durch alles, was vage als Geschichte, Kultur und Religion bezeichnet werden kann.
Unser indischer Tanzworkshop begann mit einer Powerpoint-Präsentation zu Hintergrund und Besonderheiten vieler klassischer Tänze, was erwiesenermaßen mehr Wissen vermittelt hat als das anschließende Rumgehampel. Ja, es hat Spaß gemacht, und am Ende wurde auch Bollywood getanzt. Ja, es gibt Bilder davon. Da sich keine davon bisher in meinem Besitz befinden, vermute ich allerdings, dass sie später als Erpressungswerkzeug fungieren sollen.
Und schließlich wurde eine Vorlesung zu indischer Mythologie zu einer anschaulichen Erläuterung, warum die Inder immer noch versuchen herauszufinden, was um Himmels Willen in ihrer eigenen Frühgeschichte passiert ist.

Didaktisch soweit nichts auszusetzen, außer dass eine Vorlesung über indisches Theater mit einem zweistündigen Philosophiemonolog darüber begann, warum es kein indisches Theater gibt und warum Theater an sich überhaupt nicht definiert werden kann. Da der gute Herr aber nicht exzentrisch, sondern unterhaltsam war, verzeih ich ihm.

Nicht zu vergessen: Der erste Hindi-Unterricht! Aussprachetechnisch nicht ganz so einfach, da eine beträchtliche Anzahl an Lauten im deutschen Sprachgebrauch schlichtweg nicht existiert. Aber trotzdem um Meilen bequemer als Chinesisch, da ein falsch ausgesprochenes Wort nicht automatisch eine vollkommen andere, existierende Bedeutung annimmt.
Die Schrift ist das Sahnehäubchen: Ein Alphabet! So fühlt sich der Himmel an! Zwar müssen die neuen Buchstaben auch erst einmal Schritt für Schritt auswendig gelernt werden, aber ich merke jetzt schon, dass ich dabei die gleichen Hirnteile und Synapsen aktiviere wie beim Schriftzeichen-Lernen. Zu irgendetwas musste es ja gut sein. ^^

Namaste.

Der gestrige Abend beendete diesen Samstag wesentlich glorreicher als den Samstag der vorherigen Woche – mit einem Barbecue bei Punes DAAD-Leiterin. Nachdem unser Riksha-Fahrer das Doppelte der erwarteten Zeit zum Finden des Wohnhauses benötigte und dafür das Dreifache des Preises einkassierte, wurde es ein wirklich entspannter, wenngleich von Smalltalk geplagter Abend.
Eingeladen war die sogenannte „Indisch-deutsche Gemeinschaft“, zu der wir also neben VW-Mitarbeitern, Professoren, interkulturellen Trainern und anderen Studenten anscheinend auch zählen. Das Essen schmeckte göttlich und ich fühle mich furchtbar beim Tippen dieses Satzes, da es sich im Wesentlichen um ein warmes, nicht-indisches Buffet handelte.



Passbildfresser
12. September 2012, 18:38
Filed under: Babys erste Schritte, Indien-Impressionen

Der indische Registrierungprozess ist ein passbild- und benzinfressendes Monster. Die Zutat „Zeit“ ist dabei das Verdauungsenzym, das die hineingestopften Formulare und zurückgelegten Wege in brauchbare Unterschriften und Dokumente zersetzt.

Und ich bin mir sicher, noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte davon kennengelernt zu haben, da sich in meinem Erfahrungsspektrum bisher nur „alltägliche“ Prozesse wie Wohnsitzanmeldung und Registrierung von Ausländern in Indien befinden. „Alltäglich“ formuliere ich in Anführungszeichen, da sich die Formalitäten und benötigten Dokumente hier laut Aussage des DAAD nahezu im Tagesrhythmus ändern. Und nach den bisherigen Behördengängen, derer ich Zeugin werden durfte, kann ich mir das lebhaft vorstellen.

Warnung: Individualerfahrungen.
Andere Mitstipendiaten haben andere Erfahrungen gemacht – manche besser, manche schlechter. Wobei auch das bereits einiges über das System aussagt…

Ich mache darauf aufmerksam, dass grob geschätzte 90% des Inhalts eines jeglichen Formulars in meinen Händen lediglich aus meinen Pass- und Visumsinformationen sowie meiner Adresse in Pune bestehen. Sonst sind die wesentlichen Unterschiede in dem Papierberg, der meinen Ordner füllt, nur in den Überschriften zu finden.

Der erste Wochentag nach unserer Ankunft in Pune begann zumindest mit einem Prozess, der uns bereits vor Reisebeginn angekündigt wurde. Mit Hilfe unserer Hausverwalterin füllten wir die sogenannte C-Form aus, die von ihr zum Hausbesitzer gebracht, von selbigem unterschrieben und schließlich bei der Polizei abgestempelt wurde.
Polizeiliche Wohnortregistrierung ist ein Vorgang, der mir wenigstens aus China und – im Sinne des Meldeamts – auch aus Deutschland bekannt ist. So weit, so gut.

Am Tag darauf zahlten wir wie erwartet unsere Miete für die vor uns liegenden Monate. In Cash. Kommt uns das irgendwie bekannt vor?
Zugegebenermaßen sind 18.000 Rupien für deutsche Verhältnisse aber auch erheblich weniger als die blanke Zahl vermuten lässt. Für mich stellen 130 € Monatsmiete für 25 Quadratmeter inklusive Bad, aller Nebenkosten, Internet und Wäsche eine lebensverändernde Ersparnis im Vergleich zu Konstanz dar.

Nun, am Mittwoch begann erst einmal der richtige Spaß der Registrierung. Der glorreiche Tag startete damit, dass 15 Stipendiaten zwei Stunden damit verbrachten, ein einziges Formular auszufüllen. Ich möchte zu bedenken geben, dass meine obige Aussage zum Inhalt der Papierfetzen (Passinfos, Visumsinfos, Wohnort) nach wie vor gültig ist. Unerklärlich, wie wir so lang gebraucht haben. Meine Theorie ist, dass unsere bereits existente Panik vor dem dämonischen Anmeldeprozess uns dazu veranlasst hat, vor dem Ausfüllen jedes Unterpunkts mehrfach nachzufragen.

Wir wurden ein Passbild ärmer und wurden nun informiert, dass unsere ausgefüllte und von der Polizei abgestempelte C-Form zur lokalen Anmeldung nicht ausreiche. Stattdessen sei eine gesonderte Bestätigung des Hausbesitzers von Nöten, aus der hervorgeht, dass wir auch wirklich, ganz wirklich, in der angegebenen Behausung Unterschlupf gefunden haben.
Es sei angemerkt, dass uns diese Information am vorangegangenen Montag sehr viel mehr gebracht hätte, als unsere Hausverwalterin ohnehin den Weg zum Landlord bewältigen musste.

Stattdessen erhielten wir nun ein Exzellenzbeispiel indischer Zeitplanung, indem wir nicht einfach zu unserer Wohnung fahren und dort auf den für uns zuständigen Sachbearbeiter der Symbiosis University warten durften. Nein, für uns wurde ein Bus bestellt, damit wir diesen Weg alle gemeinsam zurücklegen konnten.
Alle gemeinsam lagen wir dann auch – ohne Übertreibung – drei Stunden an der Universität herum und langweilten uns über Mittag das letzte Bisschen Verstand aus dem Schädel. Mitten am Nachmittag trat besagter Sachbearbeiter dann endlich durch die Tür und war der Meinung, mit der Aussage „Schnell, schnell, schnell!“ bei uns irgendetwas anderes als ein „Willst du uns verarschen?“-Gefühl hervorzurufen.

Irgendwann standen wir wieder vor unserem Haus, reichten noch diverse Kopien diverser Dokumente ein, die wir dank Vorinformationen des DAAD glücklicherweise auch parat hatten.
Nächster Punkt: Erneutes Warten, das in irgendeiner Religion sicher zur Erleuchtung geführt hätte. Zum einen mussten noch Kopien von Dokumenten gemacht werden, was wir zu gern in den vergangenen drei Stunden erledigt hätten, wenn uns nur irgendjemand von der Notwendigkeit unterrichtet hätte. Zum anderen war unsere Hausverwalterin auf dem Weg zum Einholen wichtiger Unterschriften.

Bis wir uns mit dem Bus auf den Weg zur Polizeistation machten, erfuhren wir von anderer Stelle noch, dass wir vermutlich noch Passbilder und Führerschein des Hausbesitzers brauchen würden. Auf unsere Nachfrage hin verneinte dies der Symbiosis-Mitarbeiter jedoch. Nun gut, die Hausverwalterin kam zurück, wir gingen zur Polizei.
Die Erkenntnis dieser kleinen Rundreise war schließlich, dass auch dieser ausgefüllte Wisch selbstverständlich nicht genügt. Erst einmal bräuchten sie noch drei weitere Passbilder. Und – wie nach dem erwähnten Gespräch erwartet – noch weitere Informationen des Hausbesitzers, die wir zu diesem Zeitpunkt nicht besaßen, der Symbiosis-Mitarbeiter uns deren Notwendigkeit verneinte.

Schön. Nächster Tag. Bewaffnet mit einem weiteren Formular der Polizeistation, welches gleich noch einmal mit einem Passbild geschmückt wurde, traten wir unserer Hausverwalterin gegenüber. Natürlich verlangte das Formular nach weiteren Informationen des Hausbesitzers, die eingeholt werden mussten. Um zu bestätigen, dass wir auch ganz ganz ganz dolle wirklich dort wohnen, wo wir wohnen.
Dieser Gang sowie die Abstempelung des Wischs bei der Polizei wurde diesmal von einem anderen Inder erledigt, der von uns allen währenddessen 200 Rupien für diesen Dienst kassierte.
Ob dieses Geld bei der Polizei landete, weiß ich nicht. Im Zweifelsfalle gehe ich allerdings davon aus, dass dies mein erstes gezahltes Bestechungsgeld in Indien war.
Nach erneutem Warten wurden wir leider informiert, dass die zuständige Polizeibeamtin heute nicht da sei. Danke und bis morgen.

Es ist morgen. Freitag. Auf der Polizeistation, auf der wir übrigens von einem Mann abgefertigt werden, nicht von einer Frau, warten wir uns wieder die Seele aus dem Leib, während der Symbiosis-Mitarbeiter – welcher, wohlgemerkt, kein Englisch spricht – Dinge in Erfahrung brachte, die wir nicht verstehen.

Was dort letztendlich passierte: Ein Beamter sieht sich das Formular und unseren Pass an, versucht sich einmal am Aussprechen unseres Namens, nickt und wir können wieder gehen. Kein Stempel, nichts. Nur die Spur von „Du siehst so ähnlich aus wie dein Passbild und hast auf deinen Namen reagiert, ich verifiziere deine Identität.“

Fast eine Woche später: Heute ist Mittwoch, und unser Weg sollte uns zur Behörde für Ausländerregstrierung (Foreign Registration Office, FRO) führen. Laut Aussage des Symbiosis-Mitarbeiters sollte dieser Weg um Punkt 13:30 Uhr beginnen, und wir sollen bitte auf keinen Fall zu spät sein. – Um Punkt 15 Uhr beehrte uns der Herr wieder mit seiner Anwesenheit, um uns zum FRO zu geleiten.

Seltsamerweise war es ausgerechnet dieser Schritt des ganzen Hin- und Hers, vor dem uns vor Reisebeginn am meisten Respekt eingeflößt wurde. Und seltsamerweise stießen wir hier auf die wenigsten Probleme. Keine zusätzlichen Dokumente, Kopien, Passbilder oder Augenzeugenberichte waren von Nöten. Zwar wurden wir mehrfach zwischen diversen Sachbearbeitern hin und hergeschickt, die spezialisierte Aufgaben erledigen, zu welcher auch je ein einzelner Mitarbeiter in der Lage gewesen wäre, aber sonst: Alles akzeptiert, alles signiert.
Lediglich die Bearbeiterin, die jede einzelne Formularinformation (Passinfo, Visumsinfo, Adresse) in den PC eintippte, legte eine meditative Ruhe an den Tag, in welcher sie meine Daten nach Eingabe versehentlich löschte und noch einmal von vorn beginnen musste. Wäre ja auch zu schön gewesen.

In einer Woche können wir unsere Registrierungsbestätigung abholen. Ich bleibe aber lieber skeptisch.

Das wirklich Nette an der Geschichte? In ein paar Wochen wird der ganze Schwachsinn wieder von vorn beginnen – wenn wir uns offiziell in Pune abmelden müssen. Und daraufhin an unserem Praktikumsort wieder anmelden.

P.S.: Auch beim Erwerb einer SIM-Karte fürs Handy ist ein Passbild nötig. Ah ja.



Erste Bissen, erste Schritte, (noch) alte Gewänder
6. September 2012, 17:18
Filed under: Babys erste Schritte, Sightseeing und Reisen

Ganz ist die Woche noch nicht vorbei, aber trotz relativer Ereignislosigkeit fühle ich mich, als würde ich schon seit Wochen mit meinen Mitstipendiaten morgendlich in die Riksha zur Symbiosis University steigen, um mich durch Punes Schlaglöcher und Abgaswolken zu kämpfen. Etwa 120 Rupien (ca. 1,70 €) kostet die 30minütige Fahrt in den motorisierten Rikshas, denen ich im Zusammenhang mit Straßenverkehr und allgemeinem Stadtbild irgendwann auch nochmal einen eigenen Blogeintrag widmen muss.

Das Wichtigste zuerst: Das Essen schmeckt trotz für deutsche Augen hinterfragungswürdiger Optik wunderbar. Ich bin an dem Punkt angelangt, an dem ich blind Dinge von der Karte bestelle, um sie einfach auszuprobieren. Mittlerweile breche ich mir auch nicht mehr die rechte Hand, wenn ich ein Stück vom Naan (Brotfladen) abbreche, da die linke Hand beim Essen nicht benutzt wird.

Was ich mir wünschen würde, wäre ein Vokabelheft, um mir die Identität der indischen Gerichte zu merken, die sich hinter „Palak Paneer“, „Butter Masala“, „Aloo Gobi“, „Masala Dosa“ etc. verbergen, aber in ein paar Wochen wird das Problem hoffentlich der Vergangenheit angehören.
Was es über meine interkulturelle Kompetenz aussagt, dass ich nicht das geringste Fünkchen Wissen über indische Mahlzeiten mitbringe, weiß ich nicht.

Bisher scheinen wir beim DAAD programmtechnisch ganz gut versorgt zu sein. Am zweiten Tag stand eine Mini-Stadttour durch Pune auf dem Programm, die dank des Straßenverkehrs leider nicht mehr als zwei Punkte abdecken konnte. Im Endeffekt weiß ich auch nicht mehr über Pune als vorher und um ehrlich zu sein hätte mir selbst ein Ausschnitt von Google Maps mehr Hintergrundinformationen über meinen aktuellen Aufenthaltsort geben können.

Punkt Nummer 1, zu dem uns der Minibus durch die Straßen manövrierte: Shaniwar Wada, eine etwa 300 Jahre alte Festung im Stadtzentrum. Das zugehörige Foto hier ist übrigens nicht mit einem Garten zu verwechseln, sondern bildet tatsächlich die Festung ab: Mehr als das Eingangstor ist davon nämlich leider nicht übrig – vor ca. 200 Jahren brannte alles bis auf die Grundmauern nieder.
Im Grunde besuchten wir sozusagen eine Ruine, deren Historie mich wahrscheinlich stärker fasziniert hätte, wenn jemand kurz vor Durchlaufen der grasbewachsenen Steinbrocken zwei Sätze zu ihrer Identität verloren hätte. Mehr als das Eintrittsticket und zwei beschreibende Geschichtstafeln im Inneren gab es nämlich nicht. Ehrlich: Schade.

Etwas spannender wurde es glücklicherweise im Kelkar Museum, dem größten Museum der Stadt. Auch hier wäre eine Führung sicher hilfreich gewesen, um die genaue Bedeutung des Vitrineninventars zu durchschauen. Spärliche Beschriftung und Systematik in der Anordnung der Ausstellungsstücke sind in indischen Museen scheinbar üblich, aber zumindest die traditionelle Gebrauchsweise diverser Küchengeräte und religiöser Artefakte wurde uns von unseren indischen Begleitern von DAAD-Seite erläutert.
Nichtsdestotrotz handelt es sich um mehrere Etagen mit faszinierendem, nicht gerade spärlichem Vorrat an Schätzen der letzten Jahrhunderte. Fotos waren ohne Sonderzahlung leider nicht gestattet.

Der gesamte Mittwoch fiel schließlich dem Beginn des offiziellen Registrierungsprozesses bei den indischen Behörden zum Opfer, ohne dabei auch nur ansatzweise zu einem Ergebnis zu gelangen.
Den bürokratischen Irr- und Formularwegen werde ich später noch einen eigenen Eintrag widmen – allerdings erst, wenn sie tatsächlich allesamt erledigt und abgeheftet sind. Selbiges kann laut Aussage des DAAD zwar schlimmstenfalls noch sechs Wochen dauern, sollte jedoch idealerweise innerhalb der kommenden Woche erledigt werden.
Ich freue mich also schon darauf, in einem der nächsten Blogeinträge möglichst viele Umschreibungen für die Aussage „Wir brauchen davon noch eine Kopie“ zu finden.

Ach ja: Nach der Stadt-„Tour“ haben sich die weiblichen Individuen der Gruppe noch ein paar Empfehlungen für Geschäfte mit indischen Gewändern, z.B. Saris, erbeten. Unser Wunsch wurde erhört und ich habe mich – zögerlich freiwillig – für eine Testanprobe zur Verfügung gestellt. ^^